Das  Bundesarbeitsgericht (BAG) hat seine lange Jahre geltende Rechtsprechung geändert; siehe dazu das BAG in seiner Entscheidung vom 22.10.2014, Az. 10 AZB 46/14. Zum Fall (BAG a.a.O):

…„ Der Kläger erhielt zuletzt ein Grundgehalt in Höhe von 156.744,00 Euro im Jahr…..
Am 3. September 2013 eröffnete der weitere Geschäftsführer der Beklagten, Herr S, dem Kläger, man wolle sich von ihm trennen. Ausweislich der Niederschrift über eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der Beklagten vom 16. September 2013 beschloss die Gesellschafterversammlung, den Kläger als Geschäftsführer abzuberufen und seinen Dienstvertrag ordentlich zum 30. September 2014 zu kündigen. Der Kläger erhielt noch am 16. September 2013 per E-Mail Kenntnis von seiner Abberufung.
Mit Schreiben der Beklagten vom 16. September 2013, dem Kläger zugegangen am 17. September 2013, teilte diese ihm nochmals mit, er sei mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen worden. Zudem kündigte sie den bestehenden Dienstvertrag ordentlich zum 30. September 2014 und stellte ihn für die Restlaufzeit des Vertrags von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung frei. Die Abberufung des Klägers als Geschäftsführer der Beklagten wurde am 14. Oktober 2013 in das Handelsregister eingetragen.
Am 7. Oktober 2013 ging beim Arbeitsgericht per Fax und am 10. Oktober 2013 im Original eine Klageschrift des Klägers ein. Darin hat er ua. beantragt festzustellen, dass das zwischen den Parteien bestehende Arbeitsverhältnis durch die von der Beklagten ausgesprochene Kündigung vom 16. September 2013 weder zum 30. September 2014 noch zu einem späteren Termin aufgelöst wird.
Der Kläger hat die Auffassung vertreten, der Rechtsweg zu den Arbeitsgerichten sei eröffnet. Er sei auf Grundlage eines zu keinem Zeitpunkt beendeten Arbeitsverhältnisses beschäftigt gewesen.“…
Zu Recht, so nunmehr das BAG.
Bisher konnten GmbH - Geschäftsführer regelmäßig nicht – nur manchmal in bestimmten Fallkonstellationen - vor den Arbeitsgerichten klagen, und zwar auch dann nicht, wenn sie zuvor sogar angestellte Arbeitnehmer im Rechtssinne waren, die z.B. vor ihrer Bestellung zum Geschäftsführer in einer anderen Position in der gleichen Firma als Angestellte tätig waren und nur aufgrund „Beförderung“ zum Organ der GmbH, also Geschäftsführer, (zusätzlich) bestellt wurden.
Dies galt „erst recht“ für Mitarbeiter, die erst mit der Aufnahme ihrer Geschäftsführertätigkeit in die Firma - unter Eintragung dann auch als Geschäftsführer ins Handelsregister - eintraten.
Dies deswegen, weil das an sich möglicherweise sachlich zuständige Arbeitsgericht sich generell für unzuständig bei Klagen, die mit dem bloßen Anstellungsverhältnisverhältnis zu tun hatten, das der Tätigkeit als "Organ", also GmbH - Geschäftsführer der Gesellschaft zugrunde lag – erklärten; stattdessen hielten die Arbeitsgerichte die ordentliche Gerichtsbarkeit – idR. das jeweilige Landgericht – für zuständig, da es sich dabei nur um ein freies Dienstverhältnis handele.
Damit ist nun Schluss: nunmehr darf der abhängig beschäftigte Arbeitnehmer-Geschäftsführer ab dem Zeitpunkt seiner Abberufung und Kündigung als Geschäftsführer das Arbeitsgericht anrufen.
Dies hat u.a. den Vorteil, dass  -  auch wegen des fehlenden Kostenerstattungsprinzips in 1. Instanz vor den Arbeitsgerichten -  der abberufene Geschäftsführer nun idR. „günstiger“ und ohne Prozessrisiko, die höheren Gerichtskosten und auch die Anwaltskosten der Gegenseite tragen zu müssen, wenn er verliert, das Arbeitsgericht anrufen kann.
Es bleibt abzuwarten, wie die Instanz- und Obergerichte damit umgehen werden, wobei es auf den jeweiligen Einzelfall ankommt sowie auf das Ergebnis der Prüfung des zugrundeliegenden Anstellungsvertrages.