Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass das Recht auf Feststellung der Vaterschaft eine Exhumierung des vermeintlichen, inzwischen verstorbenen Vaters rechtfertigt.

 Der Bundesgerichtshof führt aus, dem verfassungsrechtlich geschützten Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstimmung ist gegenüber der Totenruhe des Verstorbenen grundsätzlich der Vorrang einzuräumen.

Sowohl nach der europäischen Menschenrechtskonvention als auch nach dem Grundgesetz kommt dem Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung besondere Bedeutung zu. Sofern im Einzelfall durch die Untersuchung eine Verletzung des postmortalen Persönlichkeitsrechts des Verstorbenen droht und damit das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung zurückzutreten hat, kann dem im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung hinreichend Rechnung getragen werden, ob solche Gründe vorliegen, ist in jedem Einzelfall gesondert zu prüfen (BGH XII ZB 20/14 Beschluss vom 29.10.2014).