Der Bundesgerichtshof (BGH ZR VI 245/14) hat entschieden, dass auf Promifotos zufällig abgebildete Unbekannte ohne ihre Einwilligung nicht erkennbar gezeigt werden dürfen.

Der Entscheidung liegt folgender Sachverhalt zugrunde.
Der Profifußballer Aogo befand sich im Urlaub auf Mallorca. Der Beklagte Verlag veröffentlichte in seiner Zeitung ein Foto, dass den Prominenten am Strand zeigte. Im Hintergrund war gut erkennbar die Klägerin im lila Bikini zu sehen. Die unangenehme Folge war, dass die Klägerin sowohl aus Ihrem Umfeld als auch von unbekannten Männern auf das Foto angesprochen wurde, die sich teilweise sogar mit Ihr treffen wollten.
Die Klägerin hatte in die Veröffentlichung des Fotos nicht eingewilligt. Sie verlangte Beseitigung, Unterlassung und Entschädigung für die halb nackte Präsentation vor einem Millionenpublikum.

Der Bundesgerichtshof bestätigte den Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung. Der Verlag darf das Foto nicht mehr zeigen. Eine Entschädigung bekam die Klägerin jedoch nicht. Dazu sei der Eingriff objektiv nicht schwerwiegend genug. Zwar sei durch die Darstellung im Bikini vergleichsweise intensiv in das Persönlichkeitsrecht eingegriffen worden. Jedoch sei zu berücksichtigen, dass das Foto am Strand aufgenommen worden sei und die Klägerin situationsadäquat gekleidet war.

Damit liegt die aktuelle Entscheidung auf der recht harten Linie gegenüber Verlagen, wenn es bei Fotos um die Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Einzelnen und dem öffentlichen Informationsinteresse und der Pressefreiheit geht. Grundsätzlich muss niemand dulden, gegen seinen Willen in der Zeitung zu erscheinen.

Es bleibt spannend abzuwarten, ob durch die aktuelle Entscheidung mehr Menschen ermutigt werden, gegen die Veröffentlichung von Fotos gerichtlich vorzugehen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Obergerichte in vergleichbaren Konstellationen neben Beseitigungs- und Unterlassungsansprüchen auch bereits Geldentschädigung zugesprochen haben und die Kosten eines Rechtsanwalts im Falle des vollständigen Obsiegens ebenfalls von der Gegenseite getragen werden müssen.