Wer über einen Internetanbieter an einem Glücksspiel teilnimmt, kann wegen Beteiligung an unerlaubten Glücksspiel verurteilt werden, wenn der Anbieter in Deutschland nicht über eine Erlaubnis zur Veranstaltung von Glücksspielen verfügt.

Diese Ansicht vertritt zumindest das Amtsgericht München in seinem Urteil v. 26.09.2014 - 1115 Cs 254 Js 176411/13.
In dem Fall hatte der Veranstalter in seinen Nutzungsbedingungen darauf hingewiesen, dass Internet-Glücksspiele in einigen Ländern verboten sind und der Spieler prüfen muss, welche Gesetze für ihn gelten. Vor Zulassung zum Spiel sind diese Nutzungsbedingungen zu akzeptieren.

Der verurteilte Malermeister hatte diese Bedingung akzeptiert, woraus der Strafrichter den bedingten Vorsatz ableitete. Wer in Nutzungsbedingungen auf mögliche Strafbarkeiten hingewiesen wird, aber dennoch nicht überprüft, ob diese Strafbarkeit in dem konkreten Fall eingreift und am Spiel teilnimmt, nehme die Strafbarkeit in Kauf.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe in geringer Höhe verurteilt. Härter wird ihn der Umstand treffen, dass die Einziehung des Gewinns in Höhe von ca. 65.000,00 Euro angeordnet wurde.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten, ob die höhere Instanz die Rechtsauffassung des Amtsgerichts teilt.